Woche

Die Phasengestalt des Mondes bot unseren Vorfahren eine Gelegenheit das Jahr in Abschnitte zu teilen. Jeder Abschnitt umfasste den Zeitraum von einem Neulicht, das heißt der ersten Sichtbarkeit der schmalen Mondsichel nach Neumond, zu nächsten Neulicht. Dieser Zeitraum wurde Monat genannt.

Die Phasengestalt des Mondes ist bereits mit bloßem Auge zu erkennen, das heißt es wurden weder Teleskopen noch Visuren oder Messinstrumente benötigt um den Beginn eines neuen Monats festzulegen.


Übersicht

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Woher kommt das Wort „Woche”

Das Wort „Woche” leitet sich vom Alt- bzw. Mittelhochdeutschen „woha” oder „weha” ab und bedeutet soviel wie „Reihenfolge” oder „Wechsel”.

Die Woche ist in den meisten Ländern weder eine gesetzliche Einheit noch eine physikalische Maßeinheit im Sinne eines Einheitensystems. Trotzdem können Fristen in Wochen angegeben werden, wobei in Deutschland die Woche meist, wie zum Beispiel in § 21a des Arbeitszeitgesetzes, als Zeitraum von Montag 0:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr definiert wird.


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Warum hat die Woche sieben Tage?

In praktisch allen Kulturen des Altertums* wurden Mondkalender genutzt um die Zeit in Abschnitte zu teilen. Für das tägliche Leben der Menschen waren allerdings die 29,53 Tage, die ein synodischer Monat oder eine Lunation dauert, eine relativ lange Zeitspanne. Deshalb lag es Nahe diesen Mond-Monat in kürzere Abschnitte zu teilen.

* Das Altertum begann mit der Erfindung der Schrift um 3000 v. Chr. und endete etwa im 4. bis 6. Jahrhundert n. Chr. mit dem Untergang des Römischen Reiches.

Ein Mond-Monat dauert 29,53 Tage. Da diese Dezimalzahl nicht dazu geeignet ist den Monat in Abschnitte zu teilen kann man im ersten Schritt auf 29 abrunden. Da die 29 aber eine Primzahl ist, kann der Monat so nicht in mehrere gleiche Abschnitte geteilt werden. Die Babylonier rundeten deshalb die Zahl der Tage pro Monat auf 28 Tage ab und unterteilten ihn in vier Wochen zu je sieben Tagen.

Die 28 hat zwar, neben der sieben, noch weiteren Teiler (28, 14, 7, 4, 2 und 1), die sieben hatte aber in vielen Kulturen des Altertums eine mythologische Bedeutung. Auch deshalb lag es nahe die Woche in sieben Tage zu teilen.

In dem im Altertum gültigen geozentrischen Weltbild befanden sich die Fixsterne in einer Sphäre und die Planeten bewegten sich jeweils in einer eigenen Sphäre. Das griechische Wort „Planten” bedeutet übersetzt „Wanderer” und bezieht sich darauf, dass sich diese Objekte vor dem Fixstern-Hintergrund bewegten.

In der damaligen Vorstellung befand sich die Erde im Mittelpunkt und um sie herum befanden sich acht Sphären. Auf der äußersten Sphäre befanden sich die Fixsterne. Die beweglichen Objekte befanden sich jeweils auf einer der darunter liegenden Sphären. In diesem geozentrischen Modell gehörten auch die Sonne und der Mond zu den Planeten.

Im Altertum waren sieben bewegliche Himmelkörper bekannt. Dies waren Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Die sieben Wochentage wurden nach diesen sieben beweglichen Himmelkörpern benannt, die alle als heilig galten.

Die Einteilung des Mond-Monats in vier Wochen zu je sieben Tagen hatte auch eine praktische Bedeutung für den Alltag. Man konnte die Länge einer Woche an den Mondphasen Neulicht (die erste schmale Mondsichel nach Neumond), erstes Viertel (zunehmender Halbmond), Vollmond und letztes Viertel (abnehmender Halbmond) ablesen.


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Die Wochentage und die Planeten

Wie bereits oben erwähnt: Im Altertum waren sieben bewegliche Himmelkörper bekannt. Dies waren Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Die sieben Wochentage wurden nach diesen sieben beweglichen Himmelkörpern benannt, die darüber hinaus alle als heilig galten.

Zwar wurden die Namen der Wochentage mit der Einführung des Julianischen Kalenders in vielen Gebieten übernommen, es gab dabei in jeder Kultur Veränderungen, so dass der Zusammenhang zwischen Planet und zugehörigem Wochentag nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist oder, in einigen Fällen, sogar ganz verloren ging.

Hier eine Übersichtstabelle der Wochentage in deutscher, englischer und französischer Sprache.

Name des Objekts
aus dem Sonnensystem
Wochentag
Deutsch Englisch Französich
Mond Montag Monday Lundi
Mars Dienstag Tuesday Mardi
Merkur Mittwoch Wednesday Mercredi
Jupiter Donnerstag Thursday Jeudi
Venus Freitag Friday Vendredi
Saturn Samstag/Sonnabend Saturday Samedi
Sonne Sonntag Sunday Dimanche

 

Im Deutschen ist der Zusammenhang zwischen den Namen der Wochentage und den altertümlichen Planeten nur noch beim Montag und beim Sonntag auf den ersten Blick zu erkennen. Im Französischen wird der Zusammenhang in vielen Fällen sehr viel deutlicher.


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Woher haben die Wochentage ihren Namen?

Im folgenden ein Überblick über die Herkunft der deutschsprachigen Namen der Wochentage:

Montag

Das deutsche Wort „Montag” ist eine Übersetzung des lateinischen Namens „Dies Lunae”. Der Montag war also der Tag der römischen Mondgöttin Luna.

Die römische Göttin Luna, nach der der Montag benannt ist, entspricht der griechischen Göttin Selene. Selene ist in der griechischen Mythologie die Personifikation des Mondes. Im Laufe der Zeit wurde Selene dann mit der Mondgöttin Artemis (in der römischen Mythologie Diana) gleichgesetzt.

In der griechischen Mythologie sind die Mondgöttin Selene und der Sonnengott Helios Geschwister. Ihre Eltern sind die Titanen Theia und Hyperion. Beide Gottheiten wurden in der römischen Mythologie übernommen, allerdings mit lateinischen Namen. Selene (gr.) wurde so zu Luna (lat.) und Helios (gr.) zu Sol (lat.).

Der Montag ist also dem Mond gewidmet und müsste eigentlich „Mond-Tag” heißen. Im Mittelhochdeutschen hieß er auch noch „Monddag”, das erste „d” ging offensichtlich im Laufe der Zeit verloren und das zweite wurde zum „t”.

Der Montag ist nicht traditionell der erste Tag der Woche, denn nach christlicher, jüdischer und altpersischer Tradition beginnt die Woche mit dem Sonntag. Aber seit 1976 beginnt die Woche auf Grundlage der ISO 8601, also einer Empfehlung der ISO (Internationale Organisation für Normung), am Montag. Auch die UNO hat den Montag, nach einem Beschluss von 1978, als ersten Tag der Woche festgelegt.

 

Dienstag

Der Name Dienstag hat nichts mit „Dienst” im Sinne von Arbeiten zu tun. Im altbabylonischen Reich und im antiken Rom war der Dienstag dem Mars gewidmet, der als Gottheit verehrt wurde. Der lateinische Name des Dienstags ist deshalb dies martis. Beim Französischen „Mardi” wird diese Herkunft sehr viel deutlicher als beim deutschen „Dienstag”.

Im antiken Rom galt Mars als Gott des Krieges, es gibt aber auch Anhaltspunkte, dass er als Agrargottheit mit dem Gedeihen der Vegetation verbunden wurde. Mars wurde später mit dem griechischen Gott Ares gleichgesetzt.

Im germanischen Raum wurde die römische Gottheit Mars mit Tyr (auch: Týr , Teiwaz, Tiwaz, Zio oder Tiu) gleichgesetzt. Tyr war Gott des Kampfes und des Sieges, aber auch der Bewahrer der Rechtsordnung. In der Funktion als Bewahrer der Rechtsordnung war er der Beschützer des Things. Als Thing (auch Ting oder Ding) wurden Volksversammlungen oder Gerichtsversammlungen nach germanischem Recht bezeichnet.

Das Thing wurde zu festgelegten Zeiten abgeheilten, oft am dritten Tag der Woche. Der Dienstag war also der Tag den Thing. Das „Thing” entwickelte sich im Laufe der Sprachentwicklung zum „Dien”, woraus der Name Dienstag entstand.

Der Dienstag ist nach christlicher, jüdischer und altpersischer Tradition der dritte Tag der Woche. Aber durch eine Empfehlung der ISO (Internationale Organisation für Normung) in der ISO 8601 im Jahr 1976 und durch einen UNO-Beschluss auf dem Jahr 1978 wurde der Dienstag zum zweiten Tag der Woche.

 

Mittwoch

Der Mittwoch war seit dem Altertum der Tag des Merkur und wird im lateinischen als „Dies Mercurii” bezeichnet. Der französische Name „Mercredi” lässt diese Herkunft noch deutlich erkennen. Merkur ist in der römischen Mythologie einerseits der Götterbote, aber gleichzeitig auch Gott der Händler und Diebe.

In der späten Antike bzw. im frühen Mittelalter wurde Merkur mit dem germanischen Gott Wotan bzw. Odin gleichgesetzt. Wotan und Odin sind Göttervater und Gott des Krieges, der Toten und des Wissens. Bei Wotan handelt es sich um die südgermanische bzw. althochdeutsche Form des Namens, während Odin in der nordischen Mythologie gebräuchlich ist. Der Dies Mercurius wurde damit zum Wotanstag.

Während der Christianisierung war den Missionaren die Benennung der Wochentage nach heidnischen Gottheiten ein Dorn im Auge und sie versuchten diese alten Namen zu ersetzen. Der Mittwoch wurde nach seiner Position innerhalb der Woche benannt, denn in der christlichen Tradition beginnt die Woche mit dem Sonntag. Demnach ist dann der Mittwoch der vierte Tag in der Woche und steht in der Sieben-Tage-Woche an mittlerer Stelle. Der Name „Mittwoch” konnte sich letzen Endes durchsetzen.

Der Mittwoch rückte erst eine Empfehlung der ISO (Internationale Organisation für Normung) aus dem Jahr 1976 und durch einen UNO-Beschluss aufsdem Jahr 1978, in denen der Montag als erster Tag der Woche festgelegt wurde an die dritte Stelle der Woche.

 

Donnerstag

Diese Information wird in Kürze zur Verfügung gestellt.

 

Freitag

Diese Information wird in Kürze zur Verfügung gestellt.

 

Samstag

Diese Information wird in Kürze zur Verfügung gestellt.

 

Sonntag

Diese Information wird in Kürze zur Verfügung gestellt.


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Mit welchem Tag beginnt die Woche?

Nach der in der ISO (Internationale Organisation für Normung aufgestellten Empfehlung ISO 8601 haben die Wochentage seit Januar 1976 folgende Reihenfolge: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Auch die UNO hat nach einem Beschluss von 1978 den Montag als ersten Tag der Woche festgelegt. Der Samstag wird nach diesem UNO-Beschluss zum Wochenende gerechnet.

Nach christlicher, jüdischer und altpersischer Tradition, um nur einige Beispiele zu nennen, beginnt die Woche jedoch mit dem Sonntag, was der mittelalterlichen Wochentagszählung entspricht. Auch der „Mittwoch” bezieht sich auf einen Wochenbeginn am Sonntag und nicht am Montag.


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Die Kalenderwoche

Die Kalenderwoche ist, wie Reihenfolge der Wochentage, in der ISO 8601 definiert. Diese sagt folgendes über die Kalenderwochen eines Jahres:

Daraus ergeben sich folgende, auf den ersten Blick teilweise merkwürdig erscheinende Fakten:


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Quellen:


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Aktualisiert am 30.01.2026, 17:57 UTC
Von: Martina Haupt
Kontakt: martina.haupt[ät]amateursternwarte.de